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CSP GroupJan 28, 2026 11:50:43 AM4 min read

Revolutionäre Qualitätssicherung bei Stadler Rail durch PG-Lösung

In der Schienenfahrzeugindustrie entscheiden Präzision und lückenlose Dokumentation über Sicherheit und Qualität. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie mobile Werkerführung komplexe Montageprozesse optimiert, liefert Stadler Rail mit der erfolgreichen PG-Implementierung in der Drehgestellmontage und -revision.

Stadler Rail: Tradition trifft auf Innovation

Stadler Rail entwickelt und produziert seit 1942 Schienenfahrzeuge – von Regionalzügen über Straßenbahnen bis hin zu maßgeschneiderten Einzelanfertigungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 7.000 Mitarbeitende an elf Standorten weltweit und steht für höchste Präzision im Schienenfahrzeugbau.

In der Produktion sind Präzision, Zuverlässigkeit und Qualität entscheidend – insbesondere bei sicherheitsrelevanten Schraubprozessen an Drehgestellen, die an den Standorten Winterthur und weiteren Werken gefertigt und revidiert werden.

Bei Stadler entstehen hochwertige Züge durch den Einsatz modernster Technologien und erfahrener Fachkräfte. Die hohe Variantenvielfalt in der Fertigung verlangt dabei flexible, aber dennoch sichere Prozesse – insbesondere unter dem Aspekt der Produkthaftung.

Die Herausforderung: Komplexe Dokumentation bei hoher Variantenvielfalt

In der Drehgestellmontage bei Stadler Winterthur AG stand das Unternehmen vor mehreren kritischen Herausforderungen – vor allem im Hinblick auf eine exakte, rückverfolgbare Dokumentation der Schraubvorgänge.

Produkthaftung und Dokumentation

„Aus Gründen der Produkthaftung sind bei Schraubprozessen in der Produktion exakte Prüfungen sowie eine lückenlose Dokumentation erforderlich. Auf diese Weise sind einzelne Verschraubungen auch noch Jahre später nachvollziehbar“, erklärt Ronny Böhler, Leiter Drehgestellmontage, Stadler Winterthur AG.

Mit der europäischen Norm DIN EN 17976 für sicheres Verschrauben von Schienenfahrzeugen sind die Anforderungen an Prozesssicherheit und Rückverfolgbarkeit nochmals gestiegen.

Technische Herausforderungen

  • Hohe Variantenvielfalt bei individuellen Kundenprojekten
  • Komplexe Datenmengen – bis zu 1.000 Datensätze pro Prüfschlüssel täglich
  • Unübersichtliche Dokumentation in bisherigen Softwaresystemen
  • Fehlende Herstellerneutralität bei vorhandenen Lösungen
  • Zusätzlicher Schulungsaufwand bei neuen Varianten

Vor der Einführung von PG arbeiteten wir mit tabellenbasierten Listen, die teilweise kaum zu überblicken waren. Viele Informationen waren vorhanden, aber für den Alltag schlicht nicht relevant.“, so Böhler.

Die Lösung: Mobile Werkerführung mit PG

Durch die Empfehlung des Projektpartners Intool, dem Lieferanten der WLAN-gestützten Drehmomentschlüssel, wurde Stadler auf CSP aufmerksam. Die vorgestellte Software PG (Process Guidance) überzeugte durch ihre Herstellerunabhängigkeit, einfache Integration und konsequente Unterstützung der DIN EN 17976.

Die Einführung von PG erfolgte modular und unkompliziert. Innerhalb kürzester Zeit konnten unsere Werker direkt am Drehgestell Schritt für Schritt arbeiten – mit klaren Anleitungen und ohne zusätzliche Schulungen.
– Ronny Böhler

PG bietet:

  • Herstellerunabhängige Lösung für verschiedene Systeme und Werkzeuge
  • Mobile Werkerführung über Tablets direkt am Drehgestell
  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Fotos und Grafiken
  • Drahtlose Kommunikation mit Werkzeugen und Messsystemen
  • Vollständige elektronische Dokumentation jedes Arbeitsschritts
  • Modulare Einführung ohne Betriebsunterbrechung

Durch die digitale Werkerführung können wir die Fertigungsreihenfolge klar vorgeben und sicherstellen, dass Best Practices durchgängig eingehalten werden.

Implementierung: "Keep it simple" als Erfolgsprinzip

Die Einführung erfolgte schnell und reibungslos: Innerhalb weniger Tage konnten die ersten Arbeitsplätze produktiv mit PG arbeiten.
„Maßgeblich bei PG ist das Prinzip ‚Keep it simple‘. Die entsprechenden Anleitungen für die Werker auf der Basis von Bildern ließen sich aus den eigenen Reihen sehr einfach und schnell erstellen“, berichtet Ronny Böhler.

„Änderungen im Prozess – etwa das Ergänzen eines Arbeitsschritts nach einem Fehler – lassen sich flexibel und schnell umsetzen. Die Mitarbeitenden werden automatisch beim nächsten Durchlauf darauf hingewiesen.“

Mobile Produktion für flexible Anforderungen

Die mobile Werkerführung eignet sich besonders für Montageprojekte, die keine standardisierte Abfolge besitzen. Stadler Winterthur AG nutzt das System zudem erfolgreich in der Drehgestellrevision und an weiteren Standorten.
Der große Vorteil: Prozesse können flexibel an räumliches Angebot, Auftragslage und Produktionsbedarf angepasst werden.

Seit Einführung der Werkerführung konnten wir die Fehlerquote in der Produktion und Dokumentation deutlich senken. Außerdem lässt sich die gesamte Produktion flexibler gestalten, da Anweisungen zentral verwaltet und einfach angepasst werden können.

Vorteile der mobilen Lösung

  • Flexible Arbeitsplatzgestaltung je nach Projektanforderung
  • Direkte Anleitung am Drehgestell über Tablet
  • Keine separaten Schulungen bei Variantenwechsel erforderlich
  • Reduzierte Fehlerquote durch geführte Arbeitsschritte
  • Elektronische statt papierbasierte Dokumentation

Die papierbasierte Dokumentation wurde vollständig durch digitale Anleitungen ersetzt. Das spart Zeit und verhindert, dass alte Zeichnungen versehentlich verwendet werden.

Beeindruckende Projektergebnisse

Die Einführung der mobilen Werkerführung zeigt deutliche messbare Erfolge:

  • 18.829 Arbeitsabläufe erfolgreich digitalisiert
  • 6.960 Bilder für visuelle Anleitungen integriert
  • 487 Arbeitsplätze mit PG ausgestattet
  • 1.004 aktive Nutzer im System
  • Deutlich reduzierte Fehlerquoten in Produktion und Dokumentation
  • Schnelle Einführung in wenigen Tagen ohne Betriebsunterbrechung

Ein besonderer Erfolg war die gleichzeitige Programmierung der Werkerführung und die Erstmontage von drei neuen Drehgestelltypen im Projekt EC 250 Giruno.

Die visuelle Unterstützung und klare Struktur der digitalen Anleitungen erhöhen die Prozesssicherheit und minimieren Rückfragen. Auch neue Mitarbeitende finden sich deutlich schneller zurecht.

Systemzuverlässigkeit und Support

Besonders erfreulich ist die hohe Stabilität des Systems.
Die Werkerführung läuft beinahe unterbrechungsfrei – entgegen anderer typischer Erfahrungen mit neuer Software.
Hohe Flexibilität, reibungslose Abläufe und volle Normkonformität – das System ist aus unserem Produktionsalltag nicht mehr wegzudenken.“, sagt Ronny Böhler.

Die Einarbeitungszeit an komplexeren Arbeitsplätzen hat sich durch die schrittweise Anleitung spürbar verkürzt. Damit können wir neue Teammitglieder schneller qualifizieren, ohne zusätzlichen Schulungsaufwand.

Zukunftspotenzial: Über die Produktion hinaus

Die mobile Lösung bietet weiteres Potenzial: Informationen und Arbeitsanweisungen stehen jetzt standortübergreifend elektronisch zur Verfügung – auch außerhalb der Produktion, etwa in Qualitätssicherung und Instandhaltung.

Fazit: Mobile Werkerführung als Zukunftsmodell

Der Erfolg von PG bei Stadler Rail demonstriert eindrucksvoll, wie mobile Werkerführung komplexe Montageprozesse in der Schienenfahrzeugindustrie revolutionieren kann.
Von unübersichtlichen Excel-Tabellen hin zu intuitiven, visuellen Schritt-für-Schritt-Anleitungen – PG hat Qualität, Effizienz und Transparenz entscheidend gesteigert.

Mit der Unterstützung der DIN EN 17976, ihrer Herstellerneutralität und mobilen Flexibilität setzt die Werkerführung PG neue Maßstäbe für Prozesssicherheit und Produktivität im Schienenfahrzeugbau.

Sie möchten erfahren, wie PG auch Ihre Montageprozesse optimieren kann? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Stadler Rail ist seit 2015 erfolgreich Kunde von CSP und nutzt PG kontinuierlich für die Qualitätssicherung in der Drehgestellmontage.

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